Köln/22. Oktober 2026 – Der Beschluss zur Reform zur Notfallversorgung durch den Deutschen Bundestag am vergangenen Donnerstag markiert einen Wendepunkt für die Rettung von Menschen bei einem außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand. Erstmals wird die Alarmierung von Ersthelfenden über digitale Systeme bundesweit und flächendeckend gesetzlich verankert. 

Für den Mobile Retter e.V. ist diese Entscheidung weit mehr als eine gesundheitspolitische Reform. Sie ist das Ergebnis einer Entwicklung, die der Verein seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv vorangetrieben hat. 

„Seit 2014 verfolgen wir ein klares Ziel: So viele Menschenleben wie möglich bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu retten, indem qualifizierte Hilfe aus nächster Nähe mit der Herzdruckmassage beginnen kann, während der Rettungsdienst noch auf dem Weg ist”, erklärt Stefan Prasse, Geschäftsführung Mobile Retter e.V. „Jede Sekunde ohne Wiederbelebung verschlechtert die Überlebenschancen. Ersthelfende können dieses therapiefreie Intervall überbrücken. Genau das wird nun endlich bundesweit zum Standard.“ 

In Deutschland erleiden laut Bundesministerium für Gesundheit jedes Jahr mehr als 130.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Darüber ob und wie sie überleben, entscheidet häufig die Zeit bis zum Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen. Smartphone-basierte Ersthelfenden-Systeme alarmieren registrierte Freiwillige in der unmittelbaren Umgebung eines Notfalls parallel zum Rettungsdienst. Dadurch kann die lebensrettende Herzdruckmassage oft mehrere Minuten früher beginnen. 

Der Mobile Retter e.V. zählt zu den Wegbereitern dieser Entwicklung in Deutschland. Er hat sich über viele Jahre für eine flächendeckende Einführung qualitätsgesicherter Ersthelfenden-Systeme eingesetzt. So auch als Mitinitiator vom 2023 gegründeten Runden Tisch SbEA (Smartphone-basierte Ersthelfenden-Alarmierung). Dieses breite Bündnis aus Fachgesellschaften, Hilfsorganisationen, Technologieanbietern, Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Akteuren hat in einem gemeinsamen Positionspapier im April 2026 die flächendeckende und verpflichtende Einführung und Regelung der Smartphone-basierten Ersthelfenden-Alarmierung gefordert. Stefan Prasse war zu den Anhörungen des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag entlang der nun beschlossenen Reform der Notfallversorgung geladen, um dort die praktischen Erfahrungswerte der Ersthelfenden-Alarmierung aus den Regionen, die Ersthelfenden-Systeme bereits erfolgreich einsetzen, zu teilen. 

Die gesetzliche Verankerung ist ein großer Erfolg. Entscheidend wird aus Sicht von Stefan Prasse jetzt die Umsetzung: „Für uns ist die Reform ein Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn die Alarmierung von Ersthelfenden basiert in erster Linie auf dem freiwilligen Engagement tausender Menschen, die bereit sind, in einer Notsituation Verantwortung zu übernehmen und ihren Mitmenschen zu helfen.“ Derzeit sieht der Bund vor, Mittel in die Einführung, Interoperabilität und Ausgestaltung von einheitlichen Rahmenempfehlungen von Ersthelfenden-Alarmierungssystemen zu investieren. Aus Sicht des Vereins greift es aber zu kurz, allein die technische Infrastruktur zu finanzieren. Bund und Länder müssen auch die Organisationsstrukturen stärken, um Ersthelfende erfolgreich zu gewinnen, zu begleiten und vor allem langfristig motiviert im System zu halten. Der Mobile Retter e.V. wird sich weiterhin gemeinsam mit dem Runden Tisch Smartphone-basierte Ersthelfenden-Alarmierung und eigeninitiativ in die Definition dieser Rahmenbedingungen einbringen. 
 

Über Mobile Retter e.V.  

Der gemeinnützige Mobile Retter e.V. aus Köln ist Initiator der Smartphone-basierten Ersthelfenden-Alarmierung (SbEA) in Deutschland. Seit seiner Gründung setzt er sich dafür ein, dass die Alarmierung von freiwilligen Ersthelfenden bei lebensbedrohlichen Notfällen auf Basis definierter Qualitätskriterien und Standards die bestehende Rettungskette sinnvoll ergänzt und damit zum festen Bestandteil der Notfallversorgung in Deutschland wird. Zudem unterstützt er Gebietskörperschaften dabei, Ersthelfenden-Systeme an ihre Leitstellen anzubinden, nachhaltige Strukturen aufzubauen und das zugehörige Ehrenamt aktiv zu gestalten. In den teilnehmenden Regionen konnten Mobile Retter so bereits viele Menschen vor dem plötzlichen Herztod bewahren.  
Gleichzeitig arbeitet der Mobile Retter e.V. mit daran, das Prinzip schneller Hilfe durch App-gestützte Alarmierung auf außergewöhnliche Not- und Krisensituationen im Bevölkerungsschutz zu übertragen, um die Resilienz und den Zusammenhalt in der Gesellschaft weiter zu stärken. 

Ansprechpartnerin: 

Alexa Brandt 
Leitung Kommunikation 
Mobile Retter e.V. 
Im Mediapark 5 
50670 Köln 
E-Mail: presse@mobile-retter.org